Die Stadt Müncheberg und Umgebung


Der Ort mit derzeit 5.500 Einwohnern ist eine der ältesten Städte der Mark Bran- denburg. Die erste urkundliche Erwähnung ist vom 29. Juni 1232.

Müncheberger Stadtkern von Süden - Luftbild

heutige Ansicht des Stadtkerns von Süden


  Marienkirche - Bleistiftzeichnung

die restaurierte Kirche - Bleistiftzeichnung

Die Stadt liegt am Rande des 205 Quadrat- kilometer großen Naturparks "Märkische Schweiz", der bereits im Jahr 1957 zum Landschaftsschutzgebiet erklärt wurde. Im Umkreis gibt es eine reizvolle Seen-, Wald- und Hügel landschaft. Müncheberg zählt zu den wenigen Orten Deutschlands, die eine noch fast vollständig erhaltene Stadtmauer besitzen. Zu den weiteren Wahrzeichen der Stadt gehören die im Mai 1997 wiedereröffnete evangelische Pfarrkirche "Sankt Marien", sowie die beiden Stadttore mit ihren Türmen.


  Küstriner Tor

Das "Küstriner Tor" auch Storchenturm genannt

Das "Berliner Tor" auch Pulverturm genannt

Berliner Tor

Der Kreis Märkisch Oderland hat eine reizvolle Landschaft und auch die typischen Straßenalleen sind hier noch zu finden. Hier scheint die Natur noch in Ordnung zu sein, und so ist es auch. Erholungssuchende finden das, was sie sich wünschen: ruhige Wälder laden zum Spazierengehen ein, viele Seen haben zum Baden oder Angeln eine ausgezeichnete Wasserqualität, auch bieten sich dem Geduldigen und Aufmerksamen seltene Pflanzen- und Tierarten.

Buckow, die Perle der "Märkischen Schweiz", liegt circa 5 Kilometer von Müncheberg entfernt und ist leicht mit der 1897 gebauten Bahn zu erreichen. In Buckow ist Hektik und Streß schnell vergessen denn schon 1879 beschrieb Fontane in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" die freundlichen Landschaftsbilder der Umgebung mit "Berg und See, Tannenabhänge und Laubholzschluchten, Quellen, die über Kiesel plätschern, und Birken, die vom Winde halb entwurzelt, ihre langen Zweige bis in den Waldbach niedertauchen."



Geschichte der Stadt

Wo sich heute wichtige Bundesstraßen kreuzen, entstand vor 766 Jahren die Stadt Müncheberg, die damals den Namen "Lubes"erhielt. Zisterziensermönche errichteten hier einen Marktflecken. Das Land dafür wurde ihnen vom schlesischen Piastenfürsten Herzog Heinrich dem Bärtigen geschenkt. Der gewählte Name war nicht von langem Bestand, den des öfteren kam es zu Verwechslungen mit der Stadt Lebus, einer ebenso aufkeimenden Stadt im Kreis. Schon bald bürgerte sich der Name Mönchsberg ein und in einer Bestätigungsurkunde des Papstes Gregor des IX. war die Rede von Municheberc - Müncheberg.

Die Stadt entwickelte sich schnell zu einer der bedeutendsten Städte der Mark mit Handwerk und Gewerbe. Schon 1319 kam die Anordnung der Landesherrschaft, den Ort mit einer Mauer zu umgeben. Einen großen Schaden richteten m 17. April 1432 die einfallenden Husitten an. Sie zerstörten das Küstriner Tor, plünderten die Kirche und steckten fast den gesamten Ort in Brand. Leiden mußte die Stadt auch an den Auswirkungen der Pest im Jahre 1605, die 643 Einwohnern das Leben kostete. Im 30 jährigen Krieg starb circa die Hälfte der Einwohner und im Jahre 1641 brannte der Ort bis auf 6 Häuser ab.

Eine richtige Erholung des Ortes kam erst mit dem Anfang des 18. Jahrhunderts. Es siedelten sich 40 französische Familien an und eine Garnision wurde aufgebaut, was zu einer Belebung des Handels- und Geschäftslebens führte. Brandenburgs erstes Heimatmuseum hatte in Müncheberg seinen Ursprung. Neben Frankfurt/Oder und Fürstenwalde war Müncheberg die bedeutenste Stadt des Kreises Lebus.

In den 20er Jahren unseres Jahrhunderts, wurde der Platz im Ortskern immer enger, weshalb nun die "Siedlung" außerhalb der Stadttore entstand. In diesem Teil Münchebergs, ruhig gelegen steht auch unser Hotel.

Im April 1945 wurde Müncheberg durch deutsche und sowjetische Truppen fast total zerstört. Nach langem Beschuß stürzte das Gewölbe ein und die Kirche brannte aus. In den Jahren 1953-1958 beschäftigte sich Müncheberg schon mit dem Wiederaufbau des Kirchturmes, der 1828/29 von Karl Friedrich Schinkel entworfen und gebaut wurde.



Umgebung und Natur
  Schiffshebewerk Niederfinow

Das Schiffshebewerk in Niederfinow

Als beliebtes Ausflugsziel ist neben dem etwa 50km entfernten Schiffshebewerk Niederfinow vor allem eines der letzten intakten euro- päischen Flußauenlandschaften, das Oderbruch bekannt.Im Oderbruch bildet die Oder die natürliche Grenze zur Republik Polen. Das Bruch nimmt mit seiner Fläche von rund 700 Quadratkilometern ein Drittel der Fläche des Landkreises "Märkisch-Oderland" ein, der sich von der Stadtgrenze Berlins bis an die Oder erstreckt.


Vor allem die vielen kleinen Gemeinden mit meist mehreren Ortsteilen, den "Loosen" sind charakteristisch für das Gebiet. Mit durchschnittlich nur 30 Einwohnern pro km2 bleibt der von Kontrasten geprägten Natur viel Raum. Einerseits beeinflußt das trockene, kontinentale Klima Fauna und Flora, anderseits sorgt die Oder mit ihren wechselnden Wasserständen für eine einzigartige Vegetation. In der Gegend um Letschin wurden 353 seltene und geschützte Pflanzenarten gezählt.

Nirgendwo sonst in Brandenburg, gar in Deutschland leben feucht- und trockenheitsliebende Pflanzen so eng beieinander. Steppenpflanzen, wie sie sonst um das Schwarze Meer vorkommen, wachsen in der Nähe von Schilf und auf Weiden findet man die verschiedensten Wasserpflanzen. Besonders sehenswert sind die Adonisröschen, die jedes Jahr im Frühling südliche Oderhänge zwischen Seelow und Lebus zum Blütenmeer werden lassen.

Die 912 km lange Oder hat die Landschaft geformt und beeinflußt heute noch die Natur sowie das Leben der Menschen. Die Oder mit ihrer fruchtbaren Niederung ist ein lebenspendender Fluß, der allerdings zuweilen sehr launisch sein kann. Die Bewohner des Bruchs haben sich darauf eingestellt. Die größten Veränderungen für diese Region gab es in den Jahren von 1747 bis 1753. Damals ließ König Friedrich II. das Bett der Oder begradigen. Durch die Verkürzung des Flusses wurde die Voraussetzung für die Trockenlegung des Bruches geschaffen. Das ganze westliche Oderufer wurde eingedeicht. Mit der Trockenlegung wurde die von den Überschwemmungen geprägte Flußaue in eine vom Menschen geformte Kulturlandschaft umgewandelt.

Die Trockenlegung und die darauf folgende landwirtschaftliche Nutzung hat eine reiche Kulturlandschaft entstehen lassen. Pflanzen wie Weiden und Pappeln, durchziehen das Bruch, Ackerwildpflanzen, oft als "Unkraut" abgetan, spielen eine wichtige Rolle für das Gleichgewicht der Natur und tragen viel zum Reiz der Landschaft bei. Dichte Mischwälder am Rand des Bruchs bieten ein ganz anderes Naturerlebnis.

Besonders zur Zeit der Schneeschmelze, aber auch durch extreme Regengüsse im Sommer wir der Raum durch Deichbrüche und Überschwemmungen bedroht. Das letzte dieser Ereignisse liegt nicht lange zurück. Im Juli und August des Jahres 1997 stiegen die Wasserstände der Oder auf eine im 20. Jahrhundert noch nicht erreichte Höhe. Die vereinte Aktion von Bewohnern und Helfern hat für das Oderbruch eine Überschwemmung verhindert.

Als weitere Ausflugsziele von Müncheberg aus, zählen neben den Genannten auch die Stadt Neuhardenberg mit dem Hardenberg´schen Schinkelschloß, eine der letzten brandenburgischen Wassermühlen im 12km entfernten Örtchen Worin oder die Stadt Frankfurt (Oder) 35km südöstlich von hier.